GEFÄSSVERSCHLUSS

„Augenthrombose“ und „Augeninfarkt“. Was ist das eigentlich?

Wenn sich die wichtigen blutversorgenden Gefäße im Auge durch kleine Blutgerinnsel oder andere Blutbestandteile verschließen, spricht man von einer Thrombose oder einem Infarkt. Verschlüsse der kleinen, die Netzhaut und den Sehnerv versorgenden Gefäße, stellen eine akute Bedrohung des Sehvermögens dar. Eine Verstopfung in Arterie, die frisches Blut ins Auge bringen, kann zu einer vollständigen Erblindung innerhalb weniger Stunden führen. Eine Behinderung des Blutablusses durch die Venen ist zwar in der Regel langsamer fortschreitend, wenn auch nicht minder die Sehleistung beeinträchtigend. In wie weit eine Sehbhinderung eintritt, richtet sich nach der Art des betroffenen Gefäßes sowie seiner Lage. Zentrale Gefäße, die für den Haupttransport des Blutes zuständig sind, führen demnach meist zu schwerwiegenderen Veränderungen als Verschlüsse eines weiter außen liegenden Gefäßastes.

Man unterscheidet verschiedene Verschlußarten:

  • Zentralvenen-, arterienverschluss:

    Die gesamte Netzhaut ist betroffen.
  • Hemi-Zentralvenen-, arterienverschluss:

    Die Hälfte der Netzhaut ist betroffen.
  • Venen-, arterienastverschluss:

    Ein kleiner Teil der Netzhaut ist betroffen.

RISIKOFAKTOREN

Die Risikofaktoren für einen Augeninfarkt oder eine Augenthrombose sind fast identisch mit denen anderer Gefäßverschlüsse, die zum Beispiel zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen können.

Allge­meine Risiko­faktoren für einen Gefäßverschluss

  • Übergewicht
  • Zu wenig Bewegung
  • Rauchen
  • Zu geringe Flüssigkeitszufuhr

Krank­heits­bedingte Risiko­faktoren

  • Zuckerkrankheit
  • Zu hohe Blutfettwerte
  • Blutgerinnungsstörungen

Risiko­faktoren im Auge

  • Zu hoher Augeninnendruck
  • Glaukom (Grüner Star) mit nicht ausreichend gesenktem Augeninnendruck

Bild einer gesunden Netzhaut

Arterien und Venen sind hier gekennzeichnet. Die Arterien (blutzuführende Gefäße) sind in der Regel heller und dünner, Venen (blutabführende Gefäße) sind dunkler und dicker. Das Dickenverhältnis sollte im Normalfall 2:3 betragen. Abweichungen davon können auf verschiedenste systemische Erkrankungen hindeuten.

Arterienverschluss (Infarkt)

Deutlich zu erkennen ist, dass die Netzhaut durch einen Gefäßverschluss sehr hell erscheint. Lediglich ein kirschkernroter Fleck in der Mitte ist zu erkennen. Dieser kommt dadurch zustande, dass die restlichen Bereiche der Netzhaut so gut wie nicht mehr durchblutet werden, der zentrale Bereich jedoch noch gerade durchblutet ist. Die nicht durchbluteten Bereich drohen abzusterben. Selbst wenn es nicht so schlimm aussieht wie Blutungen im Auge, so ist dies doch ein absoluter Notfall, da die Nervenzellen im Auge nur wenige Stunden ohne Durchblutung überleben können.

Venenverschluss

Deutlich zu erkennen sind streifige Blutungen, ausgelöst durch einen Gefäßverschluss einer Vene. Dieses Blut ist aus den verstopften, geplatzten Venen ausgetreten und verteilt sich im Auge. Im Gegensatz zu einem Arterienverschluss sehen diese Blutungen zwar dramatisch aus, sind aber in der Behandlung nicht ganz so zeitkritisch, wie ein dagegen harmlos aussehender Arterienverschluss. Aber auch hier ist eine ärztliche Diagnose und Therapie auf jeden Fall sehr zeitnah notwendig.

Mögliche Maßnahmen eines Behandlungskonzeptes

Nachdem eine Venenverschluss diagnistiziert wurde so könenn verschiedenste Maßnahmen eingeleitet werden:

  • Senkung oder Ausschluss von Risikofaktoren in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt
  • Blutverdünnende Maßnahmen zur Senkung des Thromboserisikos
  • ASS 100 zur schwachen Hemmung der Blutgerinnung
  • Laserbehandlung zur Verhinderung von Gefäßneubildungen
  • Injektion von Wachstumshemmern (VEGF-Blocker) oder Kortikosteroiden ins Auge

Ihr Augenarzt wird mit Ihnen einen Behandungsplan empfehlen.

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Mit einem Infrarot-Bild unserer Netzhautkamera können wir bereits frühzeitig veränderungen im Auge erkennen und rechtzeitig eine Überweisung an einen Augenarzt in die Wege leiten.

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